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    FOCUS 1
STADT 2000
OPERATIVE ENTWICKLUNGSSTRATEGIEN

Status Quo:
Politische Grenzen behindern die Stadt an der effizienten Entwicklung ihrer natürlichen und geostrategischen Achsen.

Das erfordert die Umgruppierung politisch-administrativer Entwicklungsbereiche:

Vienna D.C. - Ausweisung einer flächenmäßig reduzierten Kernstadt als nationale Dienstleistungszentrale

Zusammenfassung von Vorstadt,- Zwischenstadt- und Kleinstadtbereichen zu Problem- und Qualitätsaffinen Entwicklungszonen

Erfassen vorhandener ökonomischer Substanz und Ausbau zu spezifischen, eindeutigen Wirtschaftsschwerpunkten

Durch Umformung des achsialen Entwicklungssystems in ein tangentiales entsteht auch die Möglichkeit unter Druck stehende Zonen (den Süden) zu entlasten und ausbaufähige Zonen (z.B. Nord-Westen) zu forcieren.

Durch Adaptieren der öffentlichen Rahmenbedingungen an die Gegebenheiten des ausgehenden 20. Jhdt´s wird

- die Selbstkonkurrenz einer Region unterbunden
- Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit gesteigert
- den Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung ein kombiniertes Erwerbs- und Lebensangebot gemacht
- somit in ökologischer Hinsicht ein urbaner Organismus der " individuellen" kurzen Wege möglich.

   
       
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    FOCUS 2
STADTBEZIRK 2000
AKUPUNKTUREN IM SIEDLUNGSGEWEBE

Die südwestlichen Stadtbezirke Wiens (Meidling, Hietzing, Liesing) sind geprägt durch große Einwohnerzahlen bzw. Flächenausdehnungen und geringe Ausbildung von Zentren.

Gleichzeitig werden vor den südlichen Stadtgrenzen erhebliche Kaufkraft und Zuzug von Wohnbevölkerung absorbiert.

Dieser Migration kann begegnet werden durch eine polyzentrale Struktur mit aufeinander abgestimmten Akzentuierungen.

Die Qualifikation der Subzentren richtet sich nach der Anbindung durch die jeweiligen Verkehrsmittel.

Während an der S-Bahn mit größeren Intervallen punktuelle Zentrumsbildung forciert werden soll, kann sich entlang der U-Bahn eine Wirbelsäule durch das ganze Stadtgebiet entwickeln.

So soll auch das Zusammenwachsen des Wettbewerbgebietes mit dem Hauptzentrum Meidlinger Hauptstraße, als Brückenschlag über den BHF Meidling, als Knoten beider öffentlichen Verkehrsmittel offengehalten werden.

Angesichts der Tatsache, daß sich im direkten Einzugsgebiet des Wettbewerbsareals mit derzeit

- 6800 Einwohnern in den beiden ansässigen Großbetrieben
- 3800 Arbeitsplätze befinden, andererseits jedoch eine Unterversorgung an Handel (auch für mittelfristigen Bedarf) sowie Freizeit- und Dienstleistungseinrichtungen festzustellen ist, stellt sich über die Thematik Wohnen+Arbeiten die Aufgabe:

"LOKALE VERSORGUNG und AUSSTATTUNG für ALTMANNSDORF"
   
         
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    FOCUS 3
STADTQUARTIER 2000
INNOVATIVE INVESTITIONSMODELLE

Die Entwicklung von Stadtquartieren wird geprägt sein durch folgende ökonomische Parameter:

Ersatz der kommunalen Verantwortung für soziale Einrichtungen durch privatorganisierte Trägervereine bzw. durch privatwirtschaftlich agierende Dienstleister

daher

Die Notwendigkeit der Ersteinrichtung von sozialer Infrastruktur durch die Entwickler/ Bauträger mit mittelfristiger Refinanzierung (Leasing/Miete)

sowie

erhebliche Reduktion öffentlicher Wohnbauförderung als Mittelstandssubvention

daher

die Notwendigkeit der Mobilisierung von Privatkapitalfinanzierungen als alternatives Investitionsfeld zum Kapitalmarkt

Es läßt sich für das Wettbewerbsgebiet folgendes Entwicklungsszenario darstellen

PHASE 1
Bestandsnutzung:

Die "industriearchäologisch" interessanteren Hallen werden temporär genutzt, um das Areal nicht verwaisen zu lassen und seine Identität abzusichern. Als Funktionen sind geeignet:

- Markthalle
- Sport und Freizeiteinrichtungen mit geringen Installationsbedarf
- kulturelle Nutzungen (siehe vormaliger Betrieb Remise Vorgartenstraße), auch als Crossover Angebot für Freizeit/Kultur
- Private Storage mit handwerklicher Ausstattung

PHASE 2

Soziale, Öffentliche, Halböffentliche, Teilgewerbliche Infrastruktur

Angesichts der Einbettung des Entwicklungsgebietes in ein bereits dicht besiedeltes Wohngebiet wird das Areal mit Einrichtungen quasi abgesteckt, wie

- Schule
- Kindergarten
- Medizinisches Zentrum
- Work Station als mediales Arbeitszentrum in Kooperation mit Firmen, die innovative Arbeitsformen ausbauen (wollen)

Nach Art der gründerzeitlichen "Terraingesellschaften" schließen die Bauträger das Gebiet zur weiteren Nutzung auf.

PHASE 3
Wohnbebauung 1.Teil, gewerbliche Infrastruktur

Nach Parzellierung werden die Baufelder an Privatinvestoren abgegeben, aktuell marktfähige Wohntypologien entwickelt und in Tranchen errichtet.
Parallel dazu beginnt, begünstigt durch zu erwartenden Bedarf, die Realisierung der gewerblichen Wirbelsäule zwischen den beiden U-Bahn Stationen.

PHASE 4
Überarbeitung ehemaliger Bestand

Die Nutzungen aus dem Altbestand werden in die "Wirbelsäule" verlagert. Die Wohnbebauung wird in den nördlichen Teil erweitert.
Das Gleisdreieck wird mittelfristig als "Archetypus" der Kleingartensiedlung nutzbar gemacht. (temoräre Anmietung durch Bewohner des neuen Zentrums)

PHASE 5
Arrondierung der Zentrumsbebauung

Die durch Wertsteigerung freigewordenen Parzellen im Süden des Areals werden sukzessive strukturkompatibel aufgefüllt.
Falls die nordseitigen Bahntrassen komplett funktionslos geworden sein sollten, ist eine Erweiterung auf das (dann ehemalige) Gleisdreieck realisierbar.
   
         
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    FOCUS 4
QUARTIERZENTRUM 2000
"KDAG"

Die übergeordnete Programmatik auf dem zu entwickelnden Areal besteht darin, den exempalrischen, für das 20. Jhdt stehenden Sozialkonzepten der drei Vorhandenen Großformen

20er Jahre:
Siedlerbewegung
50er Jahre:
vorsichtiges Anknüpfen an die Moderne
70er Jahre:
postmoderne Rezeption der Hofstrukturen

ein integratives Implantat einzufügen.

In dem multifunktionalen Zentrum werden eindeutige Sondierungen vorgenommen.
Durch parzellenartige, spezifische Beratung entsteht die urbane Differenzierung, die dem Zentrum -begünstigt durch phasenweise Entwicklung - den Eindruck des gewachsenen verleiht.
Durch klar artikulierte Schichtungen werden verschiedene Atmosphären erzeugt.

GRÜNACHSE OSWALDGASSE

Die vorhandenen Qualitäten des Khleslplatzes und der "beruhigten" Allee wird als "stiller" öffentlicher Außenraum eingesetzt, um das Zentrum mit der Siedlung Josef-Franks zu verknüpfen und hier die sensiblen Sozialfunktionen anzusiedeln.

PLATZFOLGE
parallel zur U-Bahntrasse

In einem übergeordneten räumlichen Entwicklungsband entlang der U6 wird ein virulentes, durch hohe Aktivität und Frequenz gekennzeichnetes Quartierungszentrum angesiedelt, das sowohl als Filter zum öffentlichen Verkehrsverband als auch als Klammer zu den Siedlungen Schöpfwerk I und Schöpfwerk II dient.

WOHNBAU

Zwischen diesen beiden Schienen wird Wohnbau konzepziert, der sich durch folgende Mekmale auszeichnet:

-Gemeinschaftliche Erscheinungen und Freiräume zur Nachbarschaftsbildung.
(Privat genutzte Grünräume werden in der kinderreichen Startphase als Kleingärten im Gleisdreieck anmietbar sein)

-Aufwertung der "Abstellräume" als gemeinsam nutzbare Aktionsflächen von der handwerklichen Selbsthilfe bis zum ersten Arbeitsraum der Existenzgründungen. (unter Ausnutzung der Terrassierung des Geländes)

-Emanzipation von Grundrisslösungen aus dem in Förderstrukturen festgefahren Funktionalismus der 50er Jahre unter Rückgriff auf nutzungsneutrale Qualitäten des Anbaues.

Höhenentwicklung und Dichte werden, an der Marktfähigkeit orientiert, zu entwickeln sein.

In der topographischen Schichtung wird das nach Süd-Osten stärker fallende Terrain für den motorisierten Verkehr überdeckelt und somit ein oberflächen-verkehrsfeies Zentrum geschaffen.

   
         
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    FOCUS 5
WOHNEN 2000
(MIT) UND (OHNE) ARBEITEN

Die im Rahmenkonzept zu realisierenden Wohnungen sollen folgenden Kriterien genügen:

Soziokulturelle Signifikanz der zu erwartenden Klienten (Techno- Generation, 2.+3. Generation - Migranten).

Deregulierte Erwerbsformen (Tele-Working, erweiterter Selbstständigkeitsbegriff) Auflösung vorgeprägter Gesellschaftsbilder
(u.a. Abkehr von gesellschftsspezifischen Rollenbildern, damit Abkehr von funktionalistischen Grundrisskonzeptionen)

Geänderte Freiraumnutzung durch ökologische Rahmenbedingungen (weniger direkte Exponierung, längerfristige Nutzungen individueller Freiräume als Klimapuffer, selbstverständlicher Gebrauch von Gemeinschaftseinrichtungen.

Insgesamt sollen die Wohnverhältnisse tauglich sein, bei zunehmender externer Flexibilisierung und Mobilität den Anspruch nach lokaler und sozialer Geborgenheit zu kompensieren.

Da von einer sich evolutionär entwickelten Veränderung der Wohnbedürfnisse auszugehen ist, sollen die "innovativen" Komponenten als zusätzliches Angebot plaziert werden.
Eine ausschließliche Programmatik als individuell-funktionales Experiment ist hinter die städtebauliche Bedeutung der Zentrumsbildung an der Südachse U6 zu reihen.

Im speziellen Falll geht es darum, den aus der Stadt hinausstrebenden Menschen mit einem optimierten Angebot im direkten Wohnumfeld von Qualität urbanen Lebens zu überzeugen.